Eine Uveitis ist eine Entzündung der mittleren Augenhaut (Uvea), die aus der Aderhaut (Choroidea), dem Strahlenkörper (Corpus ciliare) und der Regenbogenhaut (Iris) besteht. Der Glaskörper kann auch beteiligt sein. Im Deutschen wird der Terminus Regenbogenhautentzündung verwendet, für die Entzündung von Choroidea und Corpus ciliare existiert kein eigener deutscher Begriff.

Uveitis_entzündliche_augenerkrankung
Uveitis mit Eiteransammlung im unteren Teil der Vorderkammer des Auges
(Hypopyon) sichtbar als gelblicher Flüssigkeitsspiegel

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Urheber: EyeMD (Rakesh Ahuja, M.D.).

Klassifikation

Es gibt eine Fülle von verschiedenen Krankheitsbildern, die eine Uveitis hervorrufen können. Eine Möglichkeit zur Differenzierung ist die Einteilung nach dem anatomischen Ort der Entzündung, also nach einem oder mehreren der drei Teile der Uvea:

  1. die Uveitis anterior ist eine Entzündung des vorderen Bereichs der Uvea, vor allem der Iris und des Ziliarmuskels. Sind nur Zellen in der Augenvorderkammer, spricht man von einer Iritis, sind auch wenige Zellen hinter der Linse, u. a. im vorderen Glaskörper, spricht man von einer Iridozyklitis. Begleitend können hier ein Makulaödem und ein Ödem der Sehnervenpapille auftreten.
     
  2. die Uveitis intermedia betrifft den mittleren Teil der Uvea. Man findet hier die höchste Dichte freier Entzündungszellen im Glaskörper (Glaskörperentzündung oder Vitritis). Es können aber auch wenige Zellen in der Vorderkammer vorhanden sein. Eine Sonderform der intermediären Uveitis ist die Pars planitis, bei der man entzündliche Ablagerungen (Schneeverwehungen, englisch:snowbank) besonders am unteren Übergangsbereich zwischen Netzhaut und Ziliarkörper findet. Ballen sich die Entzündungszellen im Glaskörperraum zusammen, spricht man von Wattebällen oder Schneebällen (englisch:snowballs). Begleitend können hierbei eine Periphlebitis retinae (Gefäßentzündung von Netzhautvenen, Vaskulitis), ein Makulaödem und ein Papillenödem auftreten.
     
  3. die Uveitis posterior umfasst jetzt auch Veränderungen (Infiltration mit Entzündungszellen) an der Netzhaut und Aderhaut. Man spricht dann je nach Befall von Retinitis, Chorioiditis und Chorioretinitis bzw. Retinochorioiitis.
     
  4. die Panuveitis zeigt in allen 3 Bereichen Entzündungszellen, sagt aber nichts über die Schwere der Entzündung aus.

Außerdem kann man bei der Einteilung der Uveitis nach Erklärungsmodellen vorgehen. Man stellt sich hierbei die Frage: Kann man das Befallsmuster am Auge einer definierten Erkrankung zuordnen?

Hierbei werden folgende Formen unterschieden:

  1. die primäre Uveitis ist, von der anatomischen Zuordnung (s.o.) abgesehen, nicht weiter erklärbar (ca. 40 % der Patienten). Man nannte diese Form früher auch endogen oder idiopathisch
     
  2. die sekundäre Uveitis (ca. 60 % der Patienten), die sich weiter unterteilt in assoziiert mit Systemerkrankung, Infektion und okuläres Syndrom

Von beiden Formen muss man die Masquerade-Formen (Pseudo-Uveitis) abgrenzen. Diese sehen im ersten Moment nur so aus; bei weiterer Diagnostik stellt man jedoch fest, dass es sich hierbei z.B. um Tumoren im Auge (z.B. okulozerebrales Lymphom) handelt. Die vermeintlichen Entzündungszellen sind hierbei Tumorzellen. Andere Pseudo-Uveitiden sind u.a. die Retinitis pigmentosa und das Pigmentdispersionssyndrom.
 

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